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Verstörung
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Verstörung ist ein 1967 erschienener Roman des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Die Erstveröffentlichung erfolgte im Insel-Verlag. Wie bereits durch den Titel angedeutet, stehen die fĂŒr Bernhards frĂŒhe Prosa typischen Motivkomplexe „Krankheit und Tod“ und „Wahnsinn und Selbstmord“ im Zentrum dieses Textes.

Contents

‱ Motto
‱ Inhalt
‱ Figuren
‱ Literatur
‱ PrimĂ€r
‱ SekundĂ€r
‱ Weblinks

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Motto

Die Figuren des Romans erfahren ihre österreichische Lebenswelt als einen sie zunehmend verstörenden, seelen- und sinnlosen „Katastrophenzusammenhang“cite-ref-1[1]. Welt und Natur werden in der Lebensfeindlichkeit ihres stetigen Werdens und Vergehens als eine fortwĂ€hrende, nicht intelligible MonstrositĂ€t vorgestellt, durch welche jedwede RationalitĂ€t nicht nur verhöhnt, sondern nach und nach verstört und dem Zerfall preisgegeben wird. In dieser Hinsicht erscheint das dem Roman vorangestellte Motto aus Blaise Pascals PensĂ©es, „Das ewige Schweigen dieser unendlichen RĂ€ume macht mich schaudern“cite-ref-2[2], als ebenso bedeutungstrĂ€chtig wie aufschlussreich. Es wird im zweiten Teil des Romans von der Hauptfigur FĂŒrst Saurau in der Originalsprache („Le silence Ă©ternel de ces espaces infinis m’effraye“cite-ref-3[3]) unvermittelt ein weiteres Mal zitiert.

Inhalt

Der Roman ist in zwei Teile gegliedert. Der erste, unbetitelte und weniger umfangreiche Teil besteht aus einem retrospektiven Bericht des 21-jĂ€hrigen Ich-ErzĂ€hlers, Sohn eines steiermĂ€rkischen Landarztes und Student der Montanistik. Dieser schildert die Ereignisse einer Konsultationsfahrt, auf welche er seinen Vater begleitet und im Zuge deren er einer Reihe körperlich und geistig verfallender Patienten begegnet. Zu einem großen Teil gibt der ErzĂ€hler die von seinem Vater gemachten Äußerungen, Berichte und Urteile wieder. Aus diesen zumeist in indirekter Rede vermittelten Äußerungen entsteht fĂŒr den Leser das Bild einer grausamen, sinnentleerten Natur sowie einer „durch und durch kranken, zur GewalttĂ€tigkeit und zum Irrsinn neigenden“cite-ref-4[4] österreichischen Landbevölkerung. Im Verlauf der Handlung erfĂ€hrt der Leser unter anderem von einer dahinsiechenden alten Frau, einem in völliger Isolation lebenden, schriftstellernden Industriellen sowie einem geistig und körperlich verkrĂŒppelten, aber einstmals hochmusikalischen Jugendlichen. Die dargestellten KrankheitsfĂ€lle werden von Station zu Station zusehends schwerer. WĂ€hrend des vorletzten Krankenbesuchs in der „FochlermĂŒhle“ wird der ErzĂ€hler ĂŒberdies Zeuge eines in seiner Drastik grotesk erscheinenden Szenarios: der Schlachtung dutzender exotischer Vögel durch die MĂŒllersburschen.

Die Äußerungen des Vaters sowie die in den Handlungsverlauf eingestreuten selbstreflexiven ErzĂ€hlerpassagen vermitteln fernerhin ein Bild der komplizierten, durch wechselseitige EntfremdungsgefĂŒhle geprĂ€gten Beziehungen zwischen dem Ich-ErzĂ€hler, seinem Vater und einer zunehmend der Depression und Krankheit verfallenden Schwester des Ich-ErzĂ€hlers. Über die Mutter erfĂ€hrt man, dass sie einer von Depression begleiteten „Todeskrankheit“cite-ref-5[5] erlag.

Die erzĂ€hlte Zeit des gesamten Romans lĂ€sst sich auf die Dauer der aufeinander folgenden Krankenvisiten und damit auf einen Zeitraum von etwa vierundzwanzig Stunden eingrenzen. SchauplĂ€tze der Handlung sind die steiermĂ€rkische Gebirgsgegend, die Orte Voitsberg, Köflach und Salla sowie die fiktive Burganlage „Hochgobernitz“. Diese ist der Wohnsitz des FĂŒrsten Saurau, eines weiteren Patienten des Landarztes. Die ins wahnhafte spielenden Monologe dieser Figur bilden in der Wiedergabe durch den Ich-ErzĂ€hler den Inhalt des zweiten, „der FĂŒrst“ betitelten Romanteils. Legte der erste Teil des Romans seinen Fokus noch auf die Darstellung der Außenwelt und ihres Einflusses auf die Menschen, so wirft der zweite Teil mit der Verlagerung des Schwerpunkts auf die Gedankenprozesse des FĂŒrsten Saurau einen Blick in die AbgrĂŒnde der menschlichen Innenwelt. WĂ€hrend der Ich-ErzĂ€hler im ersten Teil als Vermittlerinstanz fĂŒr den Leser noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig prĂ€sent erschien, so beschrĂ€nken sich seine Äußerungen nun weitestgehend auf die Redeeinleitungen „sagte der FĂŒrst“, „sagte er“ etc. Die ErzĂ€hlerrede hat keinerlei kommentierende Funktion mehr. Allenfalls ĂŒber die rĂ€umliche Bewegung der Figuren, das Gehen auf der inneren und Ă€ußeren Burgmauer wird sporadisch Auskunft erteilt. Nahezu unmittelbar findet sich der Leser somit dem wahnhaft solipsistischen Bewusstsein des FĂŒrsten ausgesetzt, dessen monologisches, assoziatives Sprechen unentwegt ein bestimmtes Repertoire an Themen umkreist und variiert. Bei diesen Themenkomplexen handelt es sich zum einen um die natĂŒrliche OmniprĂ€senz des Todes und die daraus folgende AbsurditĂ€t der menschlichen Existenz sowie zum anderen die Unmöglichkeit von Kommunikation und Erkenntnis im Medium der Sprache. Auf inhaltlicher Ebene geht es im FĂŒrstenmonolog zunĂ€chst um die drei Bewerber auf einen Verwalterposten, an deren verbaler Verunglimpfung der FĂŒrst Gefallen zu finden scheint. Es folgen neben Anekdoten und Reflexionen ĂŒber Ereignisse seines Lebens (z. B. den Selbstmord seines Vaters), ein Bericht ĂŒber eine Hochwasserkatastrophe sowie Traumdarstellungen des FĂŒrsten. Ein umfangreicher Traumbericht schildert den Inhalt eines imaginierten, vom Sohn des FĂŒrsten nach dessen Selbstmord verfassten Briefes. Es Ă€ußert sich hierin eine auf die Vernichtung von Hochgobernitz nach seinem Tod bezogene Angst des FĂŒrsten.

Interpretation

Gradation der KrankheitsfÀlle als Strukturprinzip

Die KrankheitsfĂ€lle, wie sie im ersten Teil des Romans beschrieben werden, sind in ihrer Reihung nicht kausal miteinander verknĂŒpft, steigern sich jedoch wie bereits erwĂ€hnt in ihrer Drastik. Hierin besteht eine Art strukturelles Prinzip der Romanhandlung. Die „Gradation der Krankheiten bzw. des Wahnsinns von Station zu Station“ wird im Verlauf des ersten Teils fĂŒr den Leser immer augenfĂ€lliger. Sie findet in der Figur des Krainer, dem letzten Patienten vor der Ankunft beim FĂŒrsten, ihren traurigen, jedoch geradezu grotesk anmutenden Höhepunkt. Die körperliche VerkrĂŒppelung Krainers zwinge diesen – so der ErzĂ€hler – „die Bewegungen eines riesigen Insekts“cite-ref-6[6] zu machen. Unterschwellig wird ein Zusammenhang zwischen der sich mehr und mehr verschĂ€rfenden „tour de malaise“, wie sie der ErzĂ€hler erlebt, und der AnnĂ€herung an Hochgobernitz, die Burg des FĂŒrsten Saurau, suggeriert. Dieser sich aus den Schilderungen des ErzĂ€hlers ergebende Eindruck hĂ€ngt zusammen mit der eigentĂŒmlichen Topographie der Umgebung: Der Weg nach Hochgobernitz fĂŒhrt durch ein sich zusehends verengendes und verfinsterndes Gebirgstal. Die FochlermĂŒhle, die vorletzte Station der Besuchsfahrt, liegt „tief in der finsteren Schlucht“ sowie „völlig fĂŒr sich allein, genau unterhalb der Saurauschen Burg“cite-ref-7[7]. Zur Burg selbst fĂŒhrt einzig ein „gefĂ€hrlicher Weg“ an einer „Felswand“cite-ref-8[8].

ErzÀhlperspektive

Die protokollartige Darstellung von Monologen oder sprachlichen Äußerungen durch einen Ich-ErzĂ€hler stellt eine fĂŒr Thomas Bernhard typische, auch in anderen Romanen wie z. B. „Frost“ zur Anwendung kommende ErzĂ€hlkonstruktion dar. Das sich hieraus ergebende, teils verwirrende Spiel mit Perspektiven, ist in formaler Hinsicht sicher einer der interessantesten Aspekte des Romans.

AuffĂ€llig dabei ist, dass sich die anfĂ€nglich Ă€ußerst distanzierte ErzĂ€hlhaltung des ErzĂ€hlers, sein „kĂŒhler Berichtstil“cite-ref-9[9], im Verlauf des ersten Romanteils zusehends verĂ€ndert. WĂ€hrend sich der ErzĂ€hler anfangs auf die Wiedergabe der Äußerungen und Beschreibungen seines Vaters beschrĂ€nkt, sich „gleichsam hinter den Aussagen seines Vaters [versteckt]“cite-ref-10[10], so gibt er im Verlauf des ersten Teils mehr und mehr von sich preis. Mit den Passagen, die sein VerhĂ€ltnis zu seiner Schwester und zum Vater reflektieren, sowie in den subjektiveren Orts- und Personenbeschreibungen charakterisiert sich der ErzĂ€hler indirekt selbst und wird als Figur fĂŒr den Leser – nicht zuletzt in seiner Rolle als Sohn – immer plastischer. Parallel zu der sich steigernden IntensitĂ€t des Erlebten setzt auch der ErzĂ€hler sich mehr und mehr in Bezug zu seiner Umgebung und den beschriebenen Situationen. Seine anfĂ€ngliche Distanz verfliegt. An die Stelle der vermittelten, indirekten Rede tritt die eigene, hĂ€ufig mit „dachte ich“ eingeleitete Perspektive. Er hat das GefĂŒhl „ersticken“cite-ref-11[11] zu mĂŒssen und konstatiert an sich eine „mit der in der Schlucht herrschenden Finsternis völlig ĂŒbereinstimmende[
] Depression“cite-ref-12[12]. Zudem bemerkt er: „Mir erschien auf einmal die Welt tatsĂ€chlich als eine unheimliche; noch nie hatte ich sie so unheimlich empfinden mĂŒssen, als wĂ€hrend wir immer weiter in die Schlucht hineinfuhren.“cite-ref-13[13] An den Äußerungen des ErzĂ€hlers lĂ€sst sich gewissermaßen eine zunehmende Verstörung als Reaktion auf seine – fĂŒr den Leser im Übrigen nicht minder verstörenden – Erlebnisse ablesen.

Insofern die Perspektivierung des Dargestellten im Verlauf des ersten Teils zunehmend zu einer Identifikation mit der ErzĂ€hlerfigur einlĂ€dt, stellt der völlige RĂŒckzug des Ich-ErzĂ€hlers bei der anschließenden Schilderung des FĂŒrstenmonologs keine geringe Irritation fĂŒr den Leser dar. Dies wiederum trĂ€gt zu einer „verstörenden“ Wirkung des Monologs auf den Leser bei und rĂŒckt zudem den ErzĂ€hler in ein zunehmend rĂ€tselhaftes Licht. FĂŒr jemanden, der sich die Frage nach der Möglichkeit, einen derartigen Monolog aus dem GedĂ€chtnis zu berichten, stellt, muss der ErzĂ€hler unglaubwĂŒrdig erscheinen.

Figuren

Patienten

Die Kranken, denen der ErzĂ€hler im ersten Teil begegnet, haben mitunter Eigenschaften miteinander und mit dem FĂŒrsten Saurau gemeinsam: Sie leiden an Schlaflosigkeit, legen in ihrem Wesen ZĂŒge des Wahnsinns an den Tag und leben in einer zwangsweise oder absichtlich herbeigefĂŒhrten Isolation. Sie erfĂŒllen somit eine auf den FĂŒrsten vorausweisende Funktion. Dieser „Verweis- und Spiegelcharakter auf den FĂŒrsten hin“cite-ref-14[14] erschließt sich dem Leser natĂŒrlich erst nach der LektĂŒre.

Der Vater

Die durch den ErzĂ€hler vermittelten Monologe und Äußerungen des Vaters zeigen auffĂ€llige Parallelen zum FĂŒrstenmonolog. Die Vergleichbarkeit der Äußerungen besteht sowohl in ihrem apodiktischen und durch Wiederholungen gekennzeichneten Charakter wie auch auf inhaltlicher Ebene. So teilen die beiden Figuren z. B. einen radikalen Sprachskeptizismus, der sich beim Arzt in der Überzeugung „Sich verstĂ€ndlich machen ist unmöglich“cite-ref-15[15] manifestiert.

Der FĂŒrst

Der zweite Teil des Romans, betitelt „Der FĂŒrst“, besteht fast ausschließlich aus einem langen Monolog des FĂŒrsten Saurau, den dieser wĂ€hrend eines Rundganges auf der Außenmauer seiner Burg Hochgobernitz hĂ€lt. Anregung und Vorlage fĂŒr die Burg im Roman war fĂŒr Bernhard die Burg Hochosterwitz in KĂ€rnten.cite-ref-16[16] Der Monolog kreist um die Ereignisse des ersten Teils des Romans und ist geprĂ€gt von misanthropischen Reflexionen ĂŒber die Möglichkeit der VerstĂ€ndigung durch Sprache und Betrachtungen zum notwendigen Zerfall aller menschlichen BemĂŒhungen und der Sinnlosigkeit alles menschlichen Handelns.

Der FĂŒrst offenbart seine Generalkritik an der Sprache in Äußerungen wie „Die Zeit, in der wir leben, genĂŒgt offensichtlich nicht, sich verstĂ€ndlich zu machen“cite-ref-17[17] und „Es gibt nichts zu erklĂ€ren, es gibt nichts aufzuklĂ€ren“cite-ref-18[18].

AuffĂ€llig ist die ins Auge springende Diskrepanz zwischen der scheinbaren Einsicht in die Nutzlosigkeit der Mitteilung und die Erkenntnis der Unmöglichkeit von Kommunikation einerseits und dem ausufernden Drang zur Mitteilung und zum exzessiven monologischen Sprechen andererseits. Eine derartig widersprĂŒchliche Disposition ist die typische Eigenschaft einer ganzen Reihe Bernhardscher Figuren.

Es ist offensichtlich, dass die Ähnlichkeit, ja: Spiegelbildlichkeit der beiden Figuren in ihrem finsteren Blick auf die Welt als erzĂ€hlerisches Mittel direkt auf die Irritation des Lesers zielt. Die Äußerungen des Arztes reklamieren fĂŒr sich eine gewisse ObjektivitĂ€t, wohingegen die des FĂŒrsten, wie der ErzĂ€hler bestĂ€tigt, wahnhafter Natur sind. In dem Maße jedoch, indem das von beiden Figuren Gesagte als austauschbar erscheint, verschwimmen „die Grenzen zwischen NormalitĂ€t und AbnormitĂ€t, zwischen RationalitĂ€t und Wahnsinn [
] hier gĂ€nzlich“cite-ref-19[19].

Ein allgemeines, mit dem FĂŒrsten in Verbindung stehendes Merkmal des Romans besteht in der zweiteiligen Konzeption von „Verstörung“. Insofern der FĂŒrst sich in seinem manischen Monolog unentwegt auf die ihn umgebende, im ersten Teil als eine Art ‚Todes-Landschaft‘ vorgestellte Natur sowie auf den universalen Leidenszusammenhang der menschlichen Existenz bezieht, lĂ€sst sich der erste Teil als auf den FĂŒrstenmonolog hinfĂŒhrende Veranschaulichung verstehen. Auf der Ebene der Romankonzeption wird also dem FĂŒrsten gewissermaßen eine BĂŒhne fĂŒr seine „apodiktische Selbstdarstellung“cite-ref-20[20] bereitet, was zu der Überzeugungskraft, Eindringlichkeit und KomplexitĂ€t dieser Figur im erheblichen Maße beitrĂ€gt.

FrĂŒhe Rezeption

Bernhards Verstörung war im literarischen Kontext der sechziger Jahre ein gewissermaßen „unzeitgemĂ€ĂŸer Roman“cite-ref-21[21]. Stilistisch wie inhaltlich lĂ€sst sich das Werk in die Traditionslinie der existentialistischen und absurden Literatur seit den 1950er-Jahren stellen, da es sich durch seine Behandlung finsterer, existenzieller Themen wie „Tod“, „Wahnsinn“ und „Selbstmord“ von den vorherrschenden Strömungen dokumentarischer und politisch-engagierter Literatur der sechziger Jahre abhob.

Vor diesem Hintergrund erklĂ€rt sich eine harsche zeitgenössische Kritik, wie sie beispielsweise Herbert Eisenreich 1967 in einer mit „Irrsinn im Alpenland“cite-ref-22[22] betitelten Rezension in Der Spiegel formulierte. Eisenreich konstatierte, dass im Monolog des FĂŒrsten „ein antirationaler, ein antizivilisatorischer, ein antiurbaner Affekt offenbar“ werde, „der im politischen Bereich die Wurzel jedes (grĂŒnen, braunen, roten oder sonstigen) Totalitarismus“ sei. Weiterhin hob er hervor, dass die „Invektiven gegen Idee und RealitĂ€t des demokratisch organisierten Staates“, wie sie im Roman zahlreich zu finden seien, sich „von denen gewisser ahistorisch denkender bundesdeutscher Jungdichter nur durch das bessere Deutsch unterscheiden“, um schließlich zu dem Urteil zu gelangen: „Mit Thomas Bernhard ist inmitten der dezidiert urbanen Literatur Österreichs wieder einmal der Urwald ausgebrochen“. Bernhard antwortete auf diese Kritik mit einem Leserbrief an den Spiegel, worin er bat, sein nĂ€chstes Buch „bitte gleich von einem natĂŒrlich auch in Oberösterreich geborenen oder ansĂ€ssigen Schimpansen oder Maulaffen besprechen“ zu lassen.cite-ref-23[23]

Peter Handke schrieb ĂŒber seine LektĂŒre des Romans den Text „Als ich Verstörung von Thomas Bernhard las“.

Literatur

PrimÀr

‱ Thomas Bernhard: Verstörung. Roman. 1.–4. Tausend. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1967.
‱ Thomas Bernhard: Verstörung. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1988, ISBN 978-3-518-37980-6.

SekundÀr

‱ Sabine Hillebrand: Strategien der Verwirrung. Zur ErzĂ€hlkunst von E.T.A Hoffmann, Thomas Bernhard und Giorgio Manganelli. Peter Lang, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-33947-X.
‱ Manfred Kluge: Thomas Bernhard. Verstörung. In: Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literatur-Lexikon. Kindler, MĂŒnchen 1989, S. 599f.
‱ Hajo Steinert: Das Schreiben ĂŒber den Tod. Von Thomas Bernhards Verstörung zur ErzĂ€hlprosa der siebziger Jahre. Lang, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-8204-5126-9, S. 106–139.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Manfred Kluge: Thomas Bernhard. Verstörung. In: Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literatur-Lexikon. Kindler, MĂŒnchen 1989, S. 599f.
cite-note-22. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5.
cite-note-33. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 173.
cite-note-44. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 8.
cite-note-55. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 20.
cite-note-66. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 76.
cite-note-77. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 59.
cite-note-88. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5. 68.
cite-note-99. ↑ Sabine Hillebrand: Die ErzĂ€hltechnik von Thomas Bernhards Verstörung. In: Hillebrand, Sabine: Strategien der Verwirrung. Zur ErzĂ€hlkunst von E.T.A Hoffmann, Thomas Bernhard und Giorgio Manganelli. Frankfurt a. M: EuropĂ€ischer Verlag der Wissenschaften, 1999, S. 106–139, S. 110.
cite-note-1010. ↑ Hillebrand (1999): S. 114.
cite-note-1111. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5. 63.
cite-note-1212. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5. 73.
cite-note-1313. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5. 71.
cite-note-1414. ↑ Hillebrand (1999):118.
cite-note-1515. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 29.
cite-note-1616. ↑ KunstHaus Wien: Bernhards Österreich, Absatz ganz unten
cite-note-1717. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5. 199.
cite-note-1818. ↑ Thomas Bernhard: Verstörung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1988, S. 5.87.
cite-note-1919. ↑ Hillebrand (1999): S. 131.
cite-note-2020. ↑ Steinert, Hajo: Das Schreiben ĂŒber den Tod. Von Thomas Bernhards Verstörung zur ErzĂ€hlprosa der siebziger Jahre. Frankfurt a. M.: Lang, 1984, S. 31.
cite-note-2121. ↑ Steinert (1984): S. 23.
cite-note-2222. ↑ Herbert Eisenreich ĂŒber Thomas Bernhard: Verstörung Der Spiegel, 1. Mai 1967
cite-note-2323. ↑ Der Spiegel, 29. Mai 1967, S. 23.

Weblinks

‱ O-Ton: Thomas Bernhard liest aus „Verstörung“ aufgenommen in Wien am 14. MĂ€rz 1967